Erziehung
Welpen
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Da die meisten Maremmani heute als Familienhunde gehalten werden, ist ihre Prägung und Sozialisierung wichtig für ein problemarmes Verhalten in der Familie, ihrem Territorium und der Öffentlichkeit. Maremmani sind Hirtenhunde und durch ihre genetische Prägung sehr eigenständig und wollen lieber selber entscheiden, wann und was sie tun. Dennoch lernen sie leicht, können sich gut anpassen.

Die Erziehung der Welpen beginnt beim Züchter, der sie in den ersten Wochen betreut. In den ersten 12 Lebenswochen prägen die Erfahrungen der Welpen für das ganze spätere Leben. Welpen, die nur mit Hunden zusammen sind, sind vorwiegend auf Hunde geprägt,erschweren die Sozialisierung in der Familie. Da der Hund später in einer Familie leben wird, ist es von Vorteil, wenn der Welpe von Anfang an das Leben in der Familie kennenlernt, möglichst auch das Zusammenleben mit erwachsenen Hunden. Wenn sie im Alter von 8 Wochen an ihre neuen Besitzer abgegeben werden, sollten sie sofort in die Familie integriert werden und am Familienleben teilnehmen. Auch mit der Erziehung sollte von Anfang an begonnen werden. Der Welpe lernt rasch auf seinen Namen zu hören, eine Aufforderung zum Kommen, aber auch Verbote. Als Verbotsaufforderung ist das Wort "Nein" gut geeignet, weil man es in jeder Situation anwenden kann. Man beginnt dies bei der Fütterung zu üben, indem man den Welpen verbietet, sich sofort auf den Futternapf zu stürzen. Auch wird der Welpe einiges Anknabbern wollen, was dafür eigentlich nicht bestimmt ist. Durch ein streng gesprochenes NEIN wird der Hund abgelenkt, auch ein Spielzeug kann hier zusätzlich zur Ablenkung verwendet werden. Notfalls wird der Welpe weggetragen.
Stubenrein wird der Welpe schnell, wenn man ihn gut beobachtet. Welpen können noch nicht so lange anhalten und müssen häufig nach dem Schlafen oder ca. 10 Minuten nach dem Fressen sich lösen. Danach sollte man immer mit dem Hund rausgehen. Anfangs sollte man einen Rhythmus von etwa 2-3 Stunden einhalten. Sonst, wenn der Welpe sich hinhockt, schnell NEIN sagen, den Welpen aufheben und nach draußen bringen. Je öfter man dies macht, umso schneller lernt der Welpe sich nur draußen zu lösen. Dafür muß man Zeit haben, d.h. man sollte möglichst ca.14 Tage Urlaub für den Welpen einplanen, wenn man ihn vom Züchter abholt. Nicht nur für die Erziehung, sondern auch zum Spielen, einfach zum leichteren Integrieren in das Familieleben und seine Umgebung. Auch häufiger Kontakt mit anderen Hunden, Menschen und Kindern ist erforderlich. Dabei sollte man jedoch behutsam vorgehen, hastige Bewegungen und laute Geräusche vermeiden, um den Kleinen nicht zu verschrecken, sich nicht aufregen oder ärgern, immer gelassen bleiben, wenn's auch manchmal schwer fällt. Auch Strafen sind unnötig und unangebracht, Verbote sehr wohl. Ein strenges NEIN oder PFUI genügt. Der Welpe muß ja erst einmal lernen, was er darf und was nicht. Lernen tut der Welpe nur durch sich häufig wiederholende Erfahrungen.

Wichtig bei der Erziehung ist, daß bei unerwünschtem Verhalten zuerst ein Verbot (z.B. NEIN) erfolgt, dann, wenn nötig eine Ablenkung und anschließend eine Folgeanordnung. Jeder Gehorsam muß unbedingt belohnt werden, durch ausgesprochenes Lob, Streicheln oder eine Belohnung mit einem Lekkerli. Das erleichtert dem lernenden Hund das Befolgen von Verboten, Anordnungen (z.B. KOMM), weil es für den Welpen eine angenehme Erfahrung ist, die das unbeliebte Gehorchen kompensiert, insbesondere wenn der Welpe gerade lieber etwas Anderes tun möchte. Diese Neigung ist bei Maremmani recht ausgeprägt und erfordert Verständnis, Geduld und Konsequenz. Was man in den ersten Wochen versäumt, ist später nur schwer aufzuholen.